Der Rassist in uns

Wertend schauen wir nebenan,

Entscheiden ganz nebenbei dann,

Ob uns gefällt, was wir dort sehen.

Ob wir Sympathie, Abneigung oder Angst empfinden,

Ob wir dort bleiben oder besser verschwinden.

Oft ist es nur ein erster Moment, der diese Gedanken bringt

Im zweiten Schritt dann, wenn es abklingt,

Denkt man genauer darüber nach,

Wieso man was gedacht hat, wieso man nicht einfach fragt,

was einem den Anlass gibt so zu denken,

ohne auch nur einen Gedanken zu verschenken,

wie es wirklich auch sein könnte.

Wo hört Toleranz auf, wo fängt Rassismus an?

Erst bei Handlung, Worten oder schon beim wertenden Blick nach nebenan?

Steckt nicht in allen von uns ein kleiner Rassist,

der sich tolerant nennt, auch wenn er es nicht immer ist?

Ist unsere Wahrnehmung nicht häufig getrübt, manchmal verzerrt?

Glauben wir nicht häufig nur das, was man uns lehrt?

Predigen wir nicht viel zu häufig für die Empathie,

doch führen viel zu selten selbst Regie,

Leben uns nur das vor was wir meinen zu sein

mit diesem heiligen Schein der uns umgibt,

doch eigentlich viel zu selten vergibt?

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