Wie sich Vorurteile und Klischees im gegenseitigen Umgang zwischen Roma und Nicht-Roma verändern können.

Das Verhältnis zwischen Roma und ungarischer* Mehrheitsbevölkerung in Cidreag ist vielerorts von festen Rollen geprägt. Roma arbeiten häufig als Tagelöhner bei den im Ort ansässigen Landwirten. Ihnen werden keine Qualifikationen zugetraut oder Verantwortung in der täglichen Arbeit übertragen. Doch es gibt Momente, wo diese tief eingeprägten Bilder ins Wanken geraten.

Wenn ein junger Rom selbstverständlich Englisch spricht, mit dem Computer arbeitet und Wissen weitergibt, verändert das Perspektiven. Ein Beispiel dafür war Mini Cidreag 2025. Gemeinsam mit Stefan arbeitete Szilard, ein ehemaliges BuKi-Kind, in der Medienwerkstatt. Sie unterhielten sich in englischer Sprache. In ungarischer Sprache erklärte Szilard Kindern die Grundlagen der Fotografie, bearbeitete Bilder und bereitete sie für Familien zum Mitnehmen vor. Viele Eltern reagierten überrascht, nicht aus Ablehnung, sondern weil es nicht ihrem gewohnten Bild entsprach. ‚Szilard, du sprichst Englisch?‘

Solche Erfahrungen zeigen, wie Bildung und konkrete Verantwortung Hierarchien hinterfragen können. Sie schaffen Begegnungen auf Augenhöhe und tragen dazu bei, dass Akzeptanz und Teilhabe der Roma in der Gemeinde wachsen.

*BuKi unterhält eine Tagesstätte für Roma-Kinder in Cidreag in Rumänien. Normalerweise würde man meinen, dass dort Rumänisch gesprochen wird. Ein hoher Anteil von Rumänen ist jedoch ungarischer Abstammung. Das Dorf Cidreag wird fast ausschließlich von Rumänen mit ungarischer Abstammung bewohnt. Somit wird in der Gemeinde Cidreag und im BuKi-Haus fast ausschließlich ungarisch gesprochen.